UrDinkel - Korn der Alemannen

Im Jahr 1996 hat die Interessengemeinschaft Dinkel das Logo und die Bezeichnung "UrDinkel" ins Leben gerufen und als Marke eintragen lassen. Die Marke darf heute im Zusammenhang mit den untenstehenden Werten verwendet werden (gemäss www.urdinkel.ch):

  • Ate, nicht mit Weizen gekreuzte Schweizer Dinkelsorten
  • Anbau auf IP-SUISSE und BIO SUISSE anerkannten Betrieben
  • Garantierte Herkunft aus angestammten Anbaugebieten
  • Reinheit (maximal tolerierter Fremdgetreideanteil: 0.9%)
  • Auf allen Produktionsstufen durch anerkannte Kontrollstellen kontrolliert und zertifiziert

Wir produzieren auf unserem Hof gemäss den Richtlinien von IP-SUISSE und dürfen für den auf unseren Äckern angebauten Dinkel die Marke UrDinkel gebrauchen. Daher freut es uns besonders, dass wir das eigene Getreide verbacken und entsprechend als UrDinkelmehl oder UrDinkelbrote auf dem Markt verkaufen können.
 

Dinkel, wohl aus einer natürlichen Kreuzung von Emmer und Zwergweizen (Saatweizen) hervorgegangen, ist ein robustes, widerstandsfähiges Getreide. Nicht zuletzt deshalb konnte es sich im feuchten Klima der frühen und mittleren Bronzezeit mehr und mehr gegen andere Getreidesorten durchsetzen und verbreitete sich über weite Gebiete Europas. Während der römischen Vorherrschaft nahm die Verbreitung des Dinkels weiter zu und wurde in gewissen Gebieten das wichtigste Getreide - das Korn der Alemannen.

Das 19. Jahrhundert veränderte die Landwirtschaft grundlegend, als sich der Agrar- immer mehr zu einem Industriestaat wandelte. Die zunehmende Mechanisierung, der Einsatz von Pestiziden und Handelsdüngern sowie gezielte Züchtung auf ertragreichere Sorten führten dazu, dass der Dinkel in weiten Gebieten durch ertragreichere Weizensorten verdrängt wurde.

Heute wenden sich aber immer mehr Menschen wieder dem wertvollen Getreide zu. Schon die Äbtissin Hildegard von Bingen (1098 - 1179) schrieb über Dinkel in den lobendsten Tönen: "Der Dinkel ist das beste Getreide, es ist warm, nährend und kräftig; und es ist milder als die anderen Getreidearten. Der Dinkel bereitet dem, der ihn isst, rechtes Fleisch und Blut, er macht frohen Sinn und Freud im Gemüt". Und seine überragende Qualität wurde in neuesten Analysen bestätigt:

Verglichen mit Weizen weist Dinkel deutlich höhere Gehalte an Mineralstoffen - insbesondere Zink und Magnesium - sowie ein günstigeres Fettsäure-Muster (höherer Anteil ungesättigter Fettsäuren wie Linolen-, Linol- und Ölsäure) auf. Selbst helles Mehl liefert noch verhältnismässig viele Nahrungsfasern.

UrDinkel ist also kurzum gesagt eine wertvolle Bereicherung unserer oftmals einseitig auf Weizen ausgerichteten Ernährung.